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Fußtöpferscheibe

Auf einer Fußtöpferscheibe habe ich Mitte der Sechzigerjahre töpfern gelernt.
Traurigerweise habe ich es später nie geschafft mir eine Fußtöpferscheibe zu beschaffen. Der Kauf einer elektrischen war und ist auf jeden Fall einfacher. Das hat mich dann zum RK2 - Fan gemacht - meine erste RK2 von Shimpo, gekauft 1975, läuft noch immer brav und hat nach einem Besuch in der Fachschule in Landshut 1983 einen Metallrahmen bekommen, mit Sitz und Vorrichtung zum Gipsmodellbau. Meine eigene Geschichte zeigt es ganz deutlich dass es viel einfacher ist eine elektrische Töpferscheibe zu erwerben wie eine Fußtöpferscheibe.

Nachdem die Töpferscheibe eine der ältesten Maschinen der Menschheit ist lohnt es sich schon (die Töpfer sind hier angesprochen) ein wenig mehr über die Entwicklungsgeschichte dieser Maschine zu wissen die nicht plötzlich so in der Geschichte auftauchte sondern über mehrere Jahrtausende sich entwickelte. Ein  guter Artikel dazu ist bei Victor Bryant: The Origins of the Potter’s Wheel zu finden. Siehe auch die Artikel bei Wikipedia in Englisch, und Deutsch.

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Charakteristika, die eine gute Fußdrehscheibe aufweisen sollte:

ein möglichst schweres, gut zentriertes Schwungrad mit schlickersicherer Lagerung, stabiler Rahmen und ausreichend Platz für das Bein mit dem Schwung gegeben wird. Hierbei soll vor allem nach vorne und auch hinten Platz zum Pendeln sein. Weiters ausreichend Ruheplatz für die Füße wenn sie sich nicht bewegen. Inwieweit eine Fußdrehscheibe ergonomisch an die Körpermaße des Nutzers anpassbar ist hat direkte Auswirkung auf Leistung und Lernerfolg. Außer der Sitzhöhe und der -neigung sollte der Sitzabstand zum Scheibenkopf hin verstellbar sein. Hier erscheint der Sattelsitz, möglichst gepolstert, am optimalsten.
Ergonomisch ideal wäre freilich auch die Möglichkeit der Höhenverstellbarkeit der Scheibe. Letzteres scheitert in der Regel aber an der Achsenlänge, die Sitzhöhe soll jedenfalls verstellbar sein, ebenso der Abstand und die Neigung der Sitzfläche.
Es ist sicher für alle verständlich dass bei Körpergrößen von 160 cm und 195 cm verschiedene Maschinenmaße benötigt werden. Zu bedenken ist bei Fußtöpferscheiben dass die Verletzungsgefahr vor allem im Bereich des Schwungrades, erheblich ist. Das wird, romantisch verklärt, gern übersehen.
Des weiteren braucht eine Töpferscheibe li und re Ablageraum für Werkzeuge UND Platz für ein Warenbrett an der Vorderseite. Ein Spritzrand soll um den Scheibenkopf herum vorhanden sein, leicht abnehmbar. Der Scheibenkopf soll wechselbar sein. Sehr sinnvoll sind große Spritzwannen in denen auch Wasserschüssel und Drehabfälle Platz finden.

Es gibt neben hunderten verschiedenen mit Fußkraft betriebenen Scheiben auch die Leach-treadle-wheel. Eine interessante Mischung aus der mitteleuropäischen Fußtöpferscheibe und der traditionellen englischen mit dreieckigem Grundriss und Sattelsitz. Der Antrieb erfolgt mit einem Pendelpedal, horizontal beweglich, welches über eine Kurbel am unteren Teil der Achse die Schwungscheibe in Bewegung hält - vergleichbar mit alten Nähmaschinen.

Eine Maschine, die ich mir noch beschaffen oder bauen will.