Rakukurs

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Anfang September, Tinos, Kykladen, Keramikatelier Aicher

Ganz unerwartet regnet es und die hohe Luftfeuchtigkeit bringt das Programm des einwöchigen Keramikkurses durcheinander. Die getöpferten und modellierten Keramiken trocknen nur langsam. Bei sonnigem Wetter und Nordwind (der Regelfall im Sommer) trocknen die Keramiken innerhalb von 24 Stunden.

Am Freitagmorgen schließlich kann der Glühbrand im Gasofen stattfinden. Am Abend des selben Tages kommen die Kursteilnehmer um ihre Werke zu glasieren.

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Am Samstag um 3 Uhr früh wird der kleine Elektroofen in Betrieb genommen in dem der Glasurbrand stattfindet.

Sobald die Glasuren ausgeschmolzen sind werden die Keramiken einzeln mit einer Rakuzange dem Ofen entnommen.

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Anschließend werden die Werkstücke "reduziert".

Auf die noch glühende Keramikoberfläche werden Sägespäne aufgestreut die, siehe Bild, sofort zu brennen beginnen. Der Glasur wird dabei Sauerstoff entzogen. Das bewirkt bei den verwendeten Kupferglasuren Farbänderungen.

Die möglichen Farben kupferhaltiger Alkaliglasuren sind : grün, rot, türkis, ägyptischblau oder metallisches Kupfer.

Der Keramikkörper selbst wird von Ruß und Rauch schwarz gefärbt. Die Glasurrisse - es werden meist Krackglasuren verwendet  - werden ebenfalls schwarz eingefärbt.

reduction2 Die Keramiken kommen für kurze Zeit in einen verschließbaren Metallbehälter um eine vollständige Reduktion zu erreichen. Im Anschluss daran wird im Wasserbad abgeschreckt.

Der Temperaturwechsel denen die Keramiken ausgesetzt werden erfordern eine spezielle Tonmischung ansonsten ist das Ergebnis ein Haufen Scherben.
abgekuehlt1 Die Rakukeramiken die aus dem Wasserbad kommen sind unansehnlich, und müssen von Asche und Ruß befreit werden.
 
ungereinigt1 Gereinigt wird mit Stahldraht und Wasser. Wasser, Ruß und Asche gelangen dabei auch in jene Risse die nach der Reduktion entstanden sind.
vase1 Die Rissbildung einer Craqueleglasur (Krackglasur) wird erst nach einem langen Zeitraum beendet sein. Neu entstandene Risse können jederzeit mit Tusche eingefärbt werden.

Im Bild eine kleine Vase, außen ägyptischblau, innen stellenweise metallisch kupferfarben.
liege1 Dieses Objekt zeigt die farblich variierenden Kupferfarben einer Glasur. Auf Grund unterschiedlicher Auftragsstärke und Brennatmospäre entstehen verschiedene Farbtöne. Die Spiralen wurden nicht glasiert und sind vom Rauch schwarz gefärbt.
stolze_grace Ein einwöchiger Kurs ist zu Ende, die Rakutechnik (Raku, jp. = Freude) sorgte dafür dass die Arbeiten einen individuellen Charakter bekamen. Die Kursteilnehmer genießen ein erstes Erfolgserlebnis das ihnen mit Rakukeramik zuteil wird. Ein Anreiz, sich weiterhin mit Keramik zu beschäftigen.

Ein erster wichtiger Schritt war dieser Kurs. Konfrontation mit der Formgebung auf der Töpferscheibe, richtiges Trocknen der Keramiken, Ofen beschicken, ein wenig Glasurtechnik und ein unvergleichliche Rakuerlebnis bestimmten den Kursablauf.

Es bewahrheite sich: 1. Grundzüge des Töpferns sind bei entsprechender Anleitung schnell erlernbar. 2. Nach nur einer Kurswoche ist die Anzahl der Keramiken was das Fluggepäck betrifft oft ein unerwartetes Problem....

Fotografiert hat Katherina , ihr gilt unser herzlicher Dank dafür.

Bernhard Aicher